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Schon die ersten beiden Fälle aus Weimar bekamen gute Kritiken. Wird der Druck dadurch immer größer?

Pflüger: Nein. Die Filme müssen unseren Ansprüchen genügen. Und die sind hoch.

Clausen: Wir sind unsere schärfsten Kritiker und machen uns selbst den größten Druck.

 „Der treue Roy“ ist eine Mischung aus Komödie und Krimi. Ist das beim Schreiben eine besonders große Herausforderung, lustig UND spannend zu sein?

Clausen: Ich denke nicht. Die Schwierigkeit besteht darin, die richtige Balance zu finden.

Pflüger: Alles, was man schreibt, ist eine große Herausforderung. Vor allem, wenn es unter der Dachmarke “Tatort” läuft.

Ist einer von Ihnen mehr für die Krimi-Elemente und der andere für die Komödien-Elemente zuständig?

Pflüger: Nein, wir entwickeln die Geschichte zusammen und schreiben jeden Satz gemeinsam.

Clausen: Komischerweise fallen mir aber oft die besseren Präpositionen ein, während Andreas regelmäßig bei den Konjuktionen punktet.

Pflüger: Aber es passiert auch oft, dass ich einen Satz beginne …

Clausen: … und ich einen anderen.

(lachen)

Was war die größte Herausforderung beim Schreiben des Drehbuchs zu „Der treue Roy“?

Clausen: Die Frage, ob es “Schraubenzieher” oder “Schlitzschraubendreher” heißt.

Pflüger: Das hat uns einen halben Tag gekostet. Danach lief’s eigentlich ohne Probleme.

Wie darf man sich Ihre gemeinsame Arbeit am Drehbuch vorstellen? Sitzen Sie zusammen in einem Büro und besprechen jede Szene?

Pflüger: Nein, wir sitzen beide an unseren Rechnern, sind über Skype verbunden und verfassen das Drehbuch in einem Online-Programm.

Clausen: Da sehen wir in Echtzeit, was der anderen gerade schreibt.

Haben Ihre Figuren reale Vorbilder?

Pflüger: Gott bewahre.

Clausen: Wir hoffen sehr, dass kein Mensch mit einem Schicksal wie dem von Roy Weischlitz geschlagen ist.

Kennen Sie zum Beispiel einen Typen wie den treuen Roy, der blind vor Liebe ist?

Clausen: So blind war bestimmt schon der ein oder andere – aber bei Roy paart sich diese Blindheit ja mit einem ungeheuren Defizit an … mir fällt das Wort nicht ein.

Pflüger: Intellekt? Weitsichtigkeit? Krimineller Energie?

Gibt es Szenen, bei denen Sie beim Schreiben selbst lachen mussten?

Pflüger: Wir lachen bei jedem gelungenen Gag. Und wenn wir beim Lesen nicht mehr darüber lachen, fliegt er sofort wieder aus dem Buch.

Clausen: Bei den besten Pointen reißt es uns jedesmal. Die sind dann auch im Film die größten Knaller.

Die beiden Kommissare entwickeln sich von Fall zu Fall weiter, zum Beispiel zeigte Kira Dorn erst jetzt, im dritten Fall, ihre emotionale Seite. Sind Sie dafür verantwortlich – oder kommen diese Ideen von den Schauspielern selbst?

Clausen: Christian und Nora sind Profis. Sie wissen, dass sie von uns gute Bücher bekommen und halten sich aus der Entwicklung raus.

Pflüger: Wenn dann später bei den Leseproben Ideen von ihnen kommen, nehmen wir diese gerne auf. Und auch am Set entstehen manchmal gute Gags von den beiden. Aber zu 98% steht das, was sie sagen und machen schon im Drehbuch.

Werden Sie noch weitere Weimar-Fälle schreiben?

Pflüger: Einen weiterer Fall von uns wurde im Frühjahr gedreht, den fünften Tatort mit Kira und Lessing schreiben wir gerade.

Clausen: Er soll im Herbst realisiert werden. Was 2017 kommt, steht noch in den Sternen. Aber wir rechnen uns ganz gute Chancen bei der Autorenwahl aus.

Was sind die Zutaten für einen guten Tatort?

Clausen: Die Schauspieler Nora Tschirner und Christian Ulmen, die Produzentin Nanni Erben, vom MDR Sven Döbler und Jana Brandt …

Pflüger: … und zwei x-beliebige Autoren.