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Drei Exposé- und vier Drehbuchfassungen hat es gebraucht, um »Der kalte Fritte« drehfertig zu bekommen, meinen ersten Tatort ohne Andreas Pflüger als Koautor. Damit liege ich sogar im Weimar-Durchschnitt. Die ganze Reise begann mit einer Idee, die nach und nach aus dem Drehbuch verschwand, einer nackten Frau, die unter dem Goehte-Schiller-Denkmal aufgefunden wird. Ihr Körper ist blutverschmiert, Dr. Seelenbinder stellt eine dissoziative Fugue fest, begleitet von einer Amnesie. Doch bald wurde mir klar, dass eine Frau, die sich an nichts erinnert, den Krimi bremst, da die Frage, was sie weiß, vom Autor zu jedem beliebigen Zeitpunkt beantwortet werden kann. Fand ich nicht elegant, obwohl es bedeutete, sich von dem schönen Titel »Die nackte X« zu verabschieden.

Doch durch die Figuren, die ich angelegt hatte, und die Idee, »Goethes Geomuseum« nach Weimar zu bringen, war der Weg zum kalten Fritte nicht weit. Vor allem nicht, da mein Freund Andreas immer nur einen Skype-Anruf entfernt war und mir bei allen kleinen und großen Problemen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Inhalt:

Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der Milliardär Alonzo Sassen ermordet. Seine junge Frau Lollo erschießt den Täter – offenbar in Notwehr.

Die Kriminalhauptkommissare Kira Dorn und Lessing observieren Lollo, die danach im Bordell „Chez Chériechen“ Arbeit sucht. Dieses wird  von Fritjof „Fritte“ Schröder geführt. Dessen Bruder Martin betreibt mit seiner Frau Cleo in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht. Als besondere geologische Formation ist er einer der zwei potentiellen Standorte für das geplante „Goethe-Geomuseum“. Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders. Doch Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in Weimars bester Lage, am Frauenplan, zu schenken, um das Museum dort errichten zu können. War das sein Todesurteil?

Ihre Ermittlungen führen Kira Dorn und Lessing in die Bauhaus-Universität. Der Architektur-Professor Ilja Bock ist Vorsitzender der Jury, die über den Standort des Museum-Neubaus entscheidet. Er hat eine Affäre mit seiner Jungendliebe Cleo, die damit ins Fadenkreuz der Kommissare gerät. Als sich herausstellt, dass „Fritte“ Schröder bei dem Grundstücksroulette mit am Tisch sitzt und die Hassbeziehung zu seinem Bruder Martin offenbar wird, steuert der Fall auf ein explosives Finale zu.

Regie führt Titus Selge. Hinter der Kamera steht Stephan Wagner. Die Produzenten sind Nanni Erben, Quirin Berg und Max Wiedemann, Producerin ist Sirkka Kluge. Der Redakteur des MDR ist Sven Döbler.

Der Tatort ist eine Produktion der Wiedemann & Berg Television im Auftrag des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS.